Schweden

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Wie in vielen Ländern hat sich das Gesicht der Bahn auch in Schweden seit den achtziger Jahren gewaltig verändert. Nach Jahren von Stagnation und Stillegungen bei Statens Järnvägar (SJ) gab die Regionalisierung neue Impulse und drängten neue Verkehrsunternehmen auf das nun als Banverket eigenständige, auch um Neubauten ergänzte Netz. Zu Jahresbeginn 2001 wurden schließlich die früheren Staatsbahnen aufgeteilt und privatrechtlich organisiert, seitdem gibt es unter dem Namen SJ nur noch eine Personenverkehr betreibende staatliche Aktiengesellschaft. Die hier gezeigten Bilder lenken eher den Blick zurück auf die letzten Einsätze von Stangenloks der SJ als auf die heutige Vielfalt von Farben und Betreibern.

Du2 555 in Helsingborg C Schon in den zwanziger Jahren begann in Schweden die Elektrifizierung aller Hauptstrecken und gleichzeitig der Bau der Elloks der Familie D, deren letzte Exemplare 1970 hergestellte Mittelteile der Erzloks Dm3 sind. Hier steht am 10.7.1982 die ältere Du2 550 mit einem Regionalzug nach Malmö in alten oberirdischen Bahnhof Helsingborg C. Von dort rollten bis 1986 über ein Gleis in Straßenlage mitten in der Stadt zum Fährbahnhof Helsingborg F alle nach Helsingør trajektierten Güterwagen, aber keine durchgehende Reisezüge. Seit 1991 ermöglicht an dieser Stelle ein Tunnel durchgehende Reisezüge von Malmö über Helsingborg nach Göteborg.
Pågatåg in Dösjebro 5.5.1986 Eine andere Maßnahme zur Verbesserung der Westküstenbahn war im Januar 2001 die Inbetriebnahme eines zweigleisigen Neubauabschnitts Kävlinge-Landskrona-Helsingborg, mit dem auch der abgebildete Haltepunkt Dösjebro auf der damaligen Zweigstrecke nach Landskrona durch einen einige hundert Meter entfernt liegenden Neubau ersetzt wurde. In Schonen hatten schon vor der allgemeinen Regionalisierung die Kommunalverbände bei den Staatsbahnen Regionalverkehrsleistungen mit den ersten Nahverkehrstriebwagen der Reihe X10 auf den Strecken um Malmö bestellt.
Ub 279 in Malmö C Eigentlich in jedem größeren Bahnhof Schwedens rangierten die Loks der Reihen Ub und Ud, wie die 1934 gebaute Ub 279 am 19.9.1985 vor der hölzernen Halle von Malmö C. Die Loks wurden später modernisiert, für Doppeltraktion eingerichtet und als Ue bzw. Uf bezeichnet.
Du2 581+341 am 5.5.1986 Den nachmittäglichen Güterzug 3877 von Landskrona nach Malmö bespannten 1986 häufig zwei Du2, hier bei der Ausfahrt von Kävlinge über die Lommabucht-Strecke nach Malmö.
X9 109 bei Teckomatorp Fast im Bereich der gesamten schwedischen Westküste waren die Paprikazüge der Baureihe X9 zu finden, hier am 5.5.1986 mit einer Leistung zwischen Eslöv und Helsingborg C.
Y3 1265 in Malmö Ebenfalls aus den sechziger Jahren stammten die Dieseltriebwagen der Reihe Y3, wegen ihrer Form Kamele genannt. Die bei LHB in Salzgitter gebauten Fahrzeuge liefen am 3.8.1989 noch auf der damals noch nicht elektrifizierten Strecke von Malmö nach Ystad, wo Kurt Wallander Morde aufklärt.
Rc2 1134 bei Båstad An der Westküstenstrecke zwischen Malmö und Göteborg wird seit Jahren gebaut, einige zweigleisige Neubauabschnitte sind längst in Betrieb, während der besonders ungünstig trassierte Abschnitt über den Hallandsåsen noch einige Jahre in das 21. Jahrhundert hinein seiner Ablösung harren wird. Ein Tunnel wurde zwar 1992 begonnen. Zahlreiche Probleme, zuletzt der Einsatz des giftigen Dichtungsmittels Rhoca Gil, führten 1997 jedoch zu einem vorläufigen Baustopp. Als im Mai 1986 Rc2 1134 den Bergrücken überwand, war davon noch nichts zu ahnen.
Du2 367 in Göteborg C Ihre letzten planmäßigen Reisezugleistungen erbrachten die Du2 auf den Strecken von Göteborg nach Borås und Strömstad. Hier ist die 1935 gebaute Du2 367 am 23.1.1986 gerade in Göteborg C eingetroffen.
X10 bei Floda Die Baureihe X10 wird nun u.a. auch im Regionalverkehr um Göteborg eingesetzt (17.5.1991).
Da bei Tenhult Am 17.Mai 1991 wurden einige der letzten Leistungen mit Stangen-Elloks der Neubaureihe Da in Güterzügen zwischen Jönköping und Nässjö erbracht.
Rc5 1385 bei Falköping Den Personenfernverkehr bestritten im Sommer 1986 ausschließlich mit Elloks der Baureihe Rc bespannte Züge wie dieser Intercity von Stockholm nach Göteborg.
X2 bei Hovmantorp Ab 1990 drangen die neuen Neigezüge der Reihe X2 in den Fernverkehr vor. Auf den Strecken von Stockholm nach Göteborg und Malmö ersetzten sie die lokbespannten Züge. Dieser (kurze) X2-2 war am 6.7.1994 auf der Verbindung von Küste zu Küste von Kalmar nach Göteborg unterwegs.
T21 70 in Håverud Markantester Punkt der Strecke Mellerud - Bengtsfors (- Arvika) ist die Brücke über das Aquädukt des Dalslandskanals in Håverud, die hier am 23.6.1986 von einem der damals zwei täglichen Güterzugpaare mit der MaK-Lok T21 70 überquert wird. Dieser Abschnitt der ehemaligen Privatbahn Dal-Västra Värmlands Järnväg (DVVJ) wird noch heute im Sommer für Touristen mit Schienenbussen befahren. Heute steht DVVJ für De Vackra Vyernas Järnväg - die Bahn der schönen Aussichten.
Y7 1144 in Ulricehamn Mitte der achtziger Jahre wurde auf sehr vielen Nebenstrecken der Personenverkehr stillgelegt - damals noch in Verantwortung der Staatsbahn SJ, ehe im Rahmen der Regionalisierung die Verantwortung auf die Provinzen (län) übertragen wurde. So hat im Juni 1986 vom einstigen Knotenpunkt Ulricehamn auch nur noch die Strecke nach Limmared eine kurze Gnadenfrist, zusammen mit den dort eingesetzten Schienenbussen der Baureihe Y7.
Haparanda 8.7.1986 Die älteren Schienenbusse wurden ab 1979 von den bei Fiat und auch in Kalmar gebauten Triebwagen Y1 abgelöst. Die Strecke von Boden nach Haparanda an der finnischen Grenze wurde als große Ausnahme nach der Regionalisierung stillgelegt, weil Norrbottens län hier keine Leistungen auf der Schiene bestellte.
Tp 3500 Tp 3503 Einst besaß Schweden zahlreiche Schmalspurstrecken, darunter ein besonders großes Netz von Dreifußbahnen (mit 891 mm Spurweite) in Västergötland. Letzter Rest dieses Netzes war die kurze Strecke von Vara nach Nossebro. Die Fotos zeigen im letzten Betriebsjahr 1986 die beiden hier eingesetzten Loks der von MaK stammenden Reihe Tp in Vara.
Stockholm Östra Außer mehreren Museumsbahnen gibt es auf 891 mm nur noch das zwar verstümmelte, aber immer noch interessante, nun vollständig elektrifizierte Netz der Roslagsbahn im Norden von Stockholm. Die 1951 verstaatlichte Roslagsbahn wurde 1972 von den SJ an die Storstockholms Lokaltrafik übertragen. Im Sommer 1986 sind schon über zwei Jahrzehnte keine neuen Fahrzeuge geliefert worden, so daß die teakverkleideten ältesten Fahrzeuge wie hier der Triebwagen 33 von 1919 regelmäßig benötigt werden.
Stocksundbron Um 1990 erfolgt dann die überfällige Modernisierung. Dieser Zug aus neuen Wagen wird am 1.6.1991 allerdings noch von einer älteren Lok gezogen, da noch nicht genügend der zugehörigen Motorwagen ausgeliefert sind. Inzwischen wurde auch die alte Drehbrücke über den Stocksund durch einen Neubau ersetzt.
X2 auf der Årstabron in Stockholm Die vielen Gewässer in Stockholm erschweren vor allem die Zufahrt von Süden her, um einen Ausbau auf weitere Gleise wird seit Jahren gerungen. Am Abend des 2.6.1991 lag der Bau einer zweiten, parallelen Årsta-Brücke noch in weiter Ferne.
Rc1 1021 am Björken Rc1 1021 zwischen Hallsberg und Motala am 26.08.1995, damals noch mit einem Güterzug der SJ. Seit Jahresbeginn 2001 führt den Güterverkehr der früheren Staatsbahnen die Green Cargo AB fort.
Rc2 1033 bei Örebro am 29.5.1991 1991 war diese Rc2 1033 bei Örebro zwar bereits blau unterwegs, die blitzförmigen roten Linien entsprechen jedoch noch nicht der später allgemein eingeführten Farbgebung.
Da 905+892 bei Rättvik 30.5.1991 Da 905 und 892 sind bei Rättvik am Siljan mit Holz unterwegs. Vor allem hier, auf der Verbindung Mora - Borlänge - Gävle, setzten bis Anfang Juni 1991 die SJ ihre letzten braunen Stangenloks ein, wenn man von Rangierloks und den Dm3 der Erzbahn absieht.
Dm 942+943 bei Ornäs Neben den Da waren um Borlänge auch ihre zweiteiligen Schwestern Dm zu sehen, die es ohne zusätzliches Mittelteil aus dem Erzverkehr hierher in den Süden verschlagen hatte. (6.6.1991)
Dm3 1208+1232+1207 bei Tornehamns kyrkogård 11.7.1988 Dreiteilig sind diese Loks jedoch weiter auf der Erzbahn in Lappland zu den Häfen Luleå und Narvik im Einsatz. Hier, bei Tornehamn, gab es einst eine Barackensiedlung der Bahnbauarbeiter, der rallare; den Friedhof der dort an Typhus Verstorbenen kann man noch heute besuchen.
Dm3 1230+1244+1229 bei Abisko Östra 31.8.1995 Die meisten Dm3 sind im Jahr 1995 modernisiert, fahren hier aber noch unter Regie der SJ für die Erzbergbaugesellschaft LKAB, die inzwischen selbst mit ihrer Tochter MTAB für den Verkehr verantwortlich ist und auf die Stangenelloks zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch nicht verzichten kann.
Sydvästen X2 2015 in Malmö C 11.3.2000 Ein kurzes, eher trübes Kapitel war im Jahr 2000 der für nur ein Jahr ausgeschriebene Betrieb der Westküstenbahn Malmö - Göteborg durch Sydvästen, die aber schon nach fünf Monaten in Konkurs gingen und den Betrieb einstellten.
Rc3 1049 bei Uphärad 18.7.2000 Vorbei sind im Jahr 2000 die Zeiten der braunen Züge. Noch werden zwischen Göteborg und Oslo lokbespannte Züge eingesetzt, deren Ablösung durch Linx, die neue Tochter von SJ und NSB, mit modernisierten X2 vorgesehen ist.
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